„Das Geheimnis des unendlichen Raums“ von Christoph Andreas Marx – Neues Weltbild

Buch: „Das Geheimnis des unendlichen Raums“ (2015)

Autor: Christoph Andreas Marx

Verlag: Herder

Ausgabe: Taschenbuch, 277 Seiten

Der Autor: Christoph Andreas Marx, Jahrgang 1960, ist ein deutscher Autor historischer Romane. Er studierte Philosophie, Germanistik, Geschichte und Theologie. Nach seiner Promotion war er zwei Jahre Leiter eines historischen Museums und ist seit 1991 als Lehrer tätig.

2003 veröffentlichte Marx sein erstes Buch „Das Leben ist ein rätselhafter Hauch“. Dem Erstling folgten mit „Das Vermächtnis des Templers“, „Das Pergament des Teufels – Ein Faustroman“ und eben „Das Geheimnis des unendlichen Raums“ bislang drei historische Romane.

Marx lebt und arbeitet in Minden.

Das Buch: Der Astronom Nikolaus Kopernikus arbeitet 1542 bereits seit vielen Jahren in Frauenburg. Nach Jahrzehnten der Himmelsbeobachtungen entschließt er sich, seine Erkenntnisse in einem Buch zu veröffentlichen.

Die Inquisition schickt den betagten Benediktinermönch Giovanni Maria Tolosani in Begleitung seines jungen Ordensbruders Alanus von Buchholz nach Frauenburg, um das Buch vor seinem Erscheinen einer genaueren Betrachtung zu unterziehen und mit Kopernikus zu sprechen.

Doch sie kommen zu spät. Der Astronom hat vor ihrem Eintreffen einen Schlaganfall erlitten und ist nicht mehr in der Lage zu sprechen. Und das Manuskript des Buches befindet sich auch nicht mehr in Frauenburg, es wurde zum Druck nach Nürnberg gebracht.

Also brechen die beiden Mönche dorthin auf. Aber noch bevor sie, dort angekommen, einen Blick in das Manuskript werfen können, überschlagen sich die Ereignisse: Ein Lagerhaus der Handelsvertretung der Augsburger Handelsfamilie Fugger, geleitet von Julia Fugger, geht in Flammen auf. Der Drucker Siegfried Zellner wird in der Druckerei ermordet. Das Manuskript des Kopernikus wird gestohlen.

Julia Fugger gerät in das Visier des ermittelnden Bürgermeisters Leitner. Und auch Alanus von Buchholz gilt für ihn als Verdächtiger. Um einer Haft im Kerker zu entgehen, sind die beiden gezwungen, zu fliehen und dafür zu sorgen, die wahren Hintermänner der Vorkommnisse zu finden. Wer hat Siegfried Zellner wirklich ermordet? Und ist der Mörder auch gleichzeitig der Dieb des Manuskripts? Und was steht in diesem Manuskript, das Menschen dazu bringt, über Leichen zu gehen? Julia und Alanus haben nicht viel Zeit, um Antworten auf diese Fragen zu finden.

Fazit: Vor geraumer Zeit habe ich bereits „Das Pergament des Teufels“ von C. A. Marx gelesen. Und obwohl ich mich nicht im Geringsten an die Handlung zurückerinnern konnte, was allgemein ein schlechtes Zeichen ist, meinte ich mich zu erinnern, dass mir dieses Buch damals ziemlich gut gefallen hat, was wiederum ein gutes Zeichen ist, und die Tatsache, dass ich mich nicht an die Handlung erinnern konnte umso seltsamer erscheinen lässt. Nun, um es vorwegzunehmen: Auch „Das Geheimnis des unendlichen Raums“ hat mir ziemlich gut gefallen.

Die bildhafte Sprache des Autors passt wunderbar in einen historischen Roman, die Dialoge sind gut geschrieben. Die 277 Seiten kann man daher in einem zügigen Tempo lesen,  da gibt´s gar nichts zu meckern.

Auch die Charaktere wissen zu gefallen, allen voran – für mich – der langsam in die Jahre kommende Giovanni Maria Tolosani sowie der ermittelnde Bürgermeister Leitner, seine ganz eigene Methode zu ermitteln hat und oftmals den Wald vor lauter Bäumen und das Brett vor dem eigenen Kopf nicht sieht. Julia und Alanus dagegen haben mich dagegen seltsamerweise eher kalt gelassen. Insgesamt sind die auftretenden Personen aber alle ganz stimmig.

Am meisten punktet der Roman allerdings mit seiner Handlung. C. A. Marx hat mit „Das Geheimnis des unendlichen Raums“ nicht nur einen spannungs- und wendungsreichen historischen Wissenschaftskrimi geschrieben, sondern vor allem auch einen lehrreichen. Das Buch ist sehr gut recherchiert, soweit ich das beurteilen kann, und befasst sich intensiv mit dem Weltbild, das die Menschen des 16. Jahrhunderts hatten und das von Kopernikus so nachhaltig verändert wurde. Es befasst sich aber auch mit den Auswirkungen, die die Erkenntnisse des Kopernikus auf die Menschheit haben könnten. In diesem Momenten bricht der Philosoph aus C.A. Marx heraus. Das bemerkt man vor allem in dem absolut großartigen Epilog mit dem der Autor, logischerweise, sein Buch beschließt.

Wer gerne historische Romane liest, liegt mit diesem Buch sicher richtig. Und wer sich, wie ich, gerne ein wenig über die real existierenden Figuren informiert, die in so einem Buch auftauchen, für den ist dieser gut recherchierte Roman ein wahres Fest.

Wertung:

Handlung: 8,5 von 10 Punkten

Charaktere: 7,5 von 10 Punkten

Stil: 9 von 10 Punkten

Atmosphäre: 9 von 10 Punkten

Gesamtwertung: 8,5 von 10 Punkten

Demnächst in diesem Blog: Nachdem ich vor einiger Zeit Rezensionen über von Lesern gewünschte Bücher verfasst habe, nehme ich mir jetzt einmal die Freiheit heraus, mir selbst einen Wunsch zu erfüllen. Deshalb gibt es demnächst die Rezension zu einem Buch, dass ich vor einer halben Ewigkeit gelesen habe, und von dem ich wissen wollte, ob es mir immer noch gefällt: „Die Chronik der Drachenlanze 1 – Drachenzwielicht“, ein Fantasy-Klassiker! Vielleicht gibt´s die Rezension sogar noch vor Weihnachten. Falls ich nicht vorher durch Geschenke, Gehetze, Gebimmel von Glöckchen und durch WHAM! die Nerven verliere…

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