„Und Gott sprach: Du musst mir helfen!“ von Hans Rath – Zwischen Reinkarnation und Rhesusaffe

Buch: „Und Gott sprach: Du musst mir helfen!“ (2015)

Autor: Hans Rath

Verlag: Wunderlich

Ausgabe: Taschenbuch, 283 Seiten

 

Der Autor: Hans Rath ist ein 1965 im niederrheinischen Straelen geborener Autor und Drehbuchautor.

Aufgrund seiner Untauglichkeit für Landwirtschaft und Gartenbau, den Hauptwirtschaftszweigen seiner Heimatregion, sah er sich gezwungen, als Alternative aufs Gymnasium zu gehen und im Anschluss an das Abitur Philosophie, Germanistik und Psychologie in Bonn zu studieren. 😉

Nach Tätigkeiten als Tankwart, Bauarbeiter, Bühnentechniker sowie Theaterkritiker und Drehbuchlektor entschloss sich Rath, nach einem mehrjährigen Ausflug in den Journalismus, zu einer Laufbahn als freier Autor.

Resultat dieses Entschlusses sind mittlerweile neun erschienene Bücher, zu den bekanntesten zählen sicherlich „Man tut, was man kann“, „Da muss man durch“ und „Was will man mehr“.

Hans Rath lebt mit der Schauspielerin Michaela Wiebusch und dem gemeinsamen Sohn Matti in Berlin

Das Buch: Als der Psychotherapeut Jakob Jakobi auf dem Weihnachtsmarkt von zwei zwielichtigen Kerlen in Nikolausverkleidung überfallen wird, ahnt er noch nicht, dass dieser Überfall der Grundstein dafür sein soll, Jakobs Leben mächtig durcheinander zu bringen.

Als er sich kurz nach dem Überfall mit seiner geschiedenen Frau trifft, traut Jakob seinen Augen nicht. Er ist der felsenfesten Überzeugung, in einer vorbeifahrenden Straßenbahn Abel Baumann gesehen zu haben. Einen ehemaligen Patienten, der von Jakob wegen einer schweren schizophrenen Psychose behandelt wurde – Abel Baumann hielt sich für Gott. Darüber hinaus ist Baumann seit nunmehr vier Jahren tot!

Kaum hat sich Jakobi vom Schreck erholt, sieht er seinen ehemaligen Patienten schon wieder, diesmal in einem vorbeifahrenden Taxi!

Jakobi reicht es. Er geht nach Hause um sich unter Zuhilfenahme einer Flasche Rotweins zu entspannen.

Am nächsten Morgen macht sich Jakobi auf den Weg in seine Praxis. Als er die Haustür öffnet, steht davor der quicklebendige Abel Baumann und lädt ihn zum Frühstück ein. Denn davon, dass er Gott höchstpersönlich ist, davon ist Baumann immer noch überzeugt. Und er hat große Dinge mit Jakob Jakobi vor. Dinge, die man am besten beim Essen bespricht: Abel Baumann will den Menschen erneut die frohe Botschaft verkünden und ihnen neue Zehn Gebote bringen. Und er ernennt Jakobi zu seinem neuen Messias! Einige Jünger hat er ihm auch schon mitgebracht. Unter anderem die beiden Nikolausräuber vom Weihnachtsmarkt…

Fazit: Ursprünglich habe ich mir „Und Gott sprach: Du musst mir helfen!“ gekauft, um damit ein bisschen gegen das tägliche Novembergrau da draußen anzulesen. Dieses Grau, das von dem symphatischen Menschen im ZDF morgens unverständlicherweise, aber dafür beharrlich und grenzenlos euphemistisch weiterhin“Wetter“ genannt wird, obwohl mir eher der Begriff „Zustand“ einfällt. Statt „und jetzt die Wetteraussichten…“, wäre „und jetzt die Zustandsbeschreibung für morgen, Samstag, den 28. November von Benjamin Stöwe“ doch irgendwie passender!

Nun, das mit dem „dagegen anlesen“ hat nicht so ganz geklappt, weil ich andere Erwartungen an dieses Buch hatte. Aber das ist ja mein Problem. Ein gutes Buch ist „Und Gott sprach: Du musst mit helfen!“ nämlich allemal.

Der bemitleidenswerte Jakob Jakobi gerät von einer skurrilen Situation in die nächste. Kaum lernt er beispielsweise die junge Studentin Jannika kennen, die gut und gerne Jakobs Tochter sein könnte, schon befindet er sich mit der überzeugten Veganerin und ihren Freunden auf einer Hühnerrettungsmission. Kaum ist das gut überstanden, wird ein Rhesusäffchen aus einer Forschungsstation gestohlen. Der telepathiebegabte Affe heißt Pasternak und wohnt fortan beim angehenden Messias Jakobi.

Auf diese Art und Weise führt Rath seinen Protagonisten humorvoll durch die Geschehnisse. So weit, so gut.

Auf der anderen Seite lässt es sich der Autor nicht nehmen, auch ernstere Themen in seinem Buch anzusprechen. Mal harmloser, indem missionierende Veganer sehr überzeichnet dargestellt werden, mal auch direkter, so unter anderem zu den Themen Armut und Rechtsradikalismus.

Trotz des in diesen Passagen deutlich erkennbaren erhobenen Zeigefingers, der mich zugegebenermaßen etwas gestört hat, schafft es der Autor,  einerseits den humorvollen Grundton beizubehalten und andererseits den Leser dennoch zum Nachdenken anzuregen. Würde man zugunsten eines reinen „Gute-Laune-Buchs“ diese Abschnitte weglassen, dann würde „Und Gott sprach:Du musst mir helfen!“ in seiner Gesamtheit nicht mehr funktionieren.

Also hat Hans Rath mit seinem Buch einiges richtig gemacht. Sogar so richtig, dass es bereits der dritte Teil der Geschehnisse um den Psychotherapeuten Jakobi ist. Da man die Geschichte aber ohne Schwierigkeiten auch ohne Vorkenntnisse aus den ersten beiden Teilen lesen kann, kann man jedem Leser, der mal wieder „ein Buch für zwischendurch“ sucht, nur raten, zuzugreifen.

Wertung:

Handlung: 8 von 10 Punkten

Charaktere: 8 von 10 Punkten

stil: 7,5 von 10 Punkten

Humor: 7,5 von 10 Punkten

Gesamtwertung: 7,75 von 10 Punkten

Demnächst in diesem Blog: In hoffentlich naher Zukunft folgt hier eine weitere Wunschrezension, zu der ich, wie üblich, vorher nichts verrate. Außer vielleicht, dass es sich um das Fantasy-Genre handelt. 😉

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