„Das Joshua-Profil“ von Sebastian Fitzek – Der Wunschrezensionen zweiter Teil

Buch: „Das Joshua-Profil“ (2015)

Autor: Sebastian Fitzek

Verlag: Lübbe

Ausgabe: Gebunden, 430 Seiten

Der Autor: Sebastian Fitzek, 1971 in Berlin geboren, gehört zu den erfolgreichsten deutschen Autoren der letzten Jahre. Die Gesamtauflage seiner Bücher liegt mittlerweile bei rund 6 Millionen verkaufter Bücher weltweit.

Nach seinem Abitur studierte Fitzek Tiermedizin, wechselte allerdings später zu Jura. Dieses Studium beendete er 1996 mit einer Doktorarbeit zum Thema „Urheberrecht“. Anfang der 2000er begann Fitzek, Bücher zu schreiben. Sein erstes Buch, „Die Therapie“, wurde bereits ein großer Erfolg, trotz einer bescheidenen Erstauflage von gerade mal 4.000 Stück. Mittlerweile hat Fitzek 13 Psychothriller veröffentlicht und zu weiteren 5 Büchern Kurzgeschichten beigetragen.

Fitzek lebt mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in Berlin.

Das Buch: Max Rhode ist ein recht erfolgloser Schriftsteller. Nach seinem Erstlingswerk „Die Blutschule“ kann er mit seinen folgenden Büchern nicht an den großen Erfolg seines Debüts anknüpfen. Auch in seiner Ehe kriselt es bedenklich, sein Bruder Cosmo befindet sich seit Jahren in der Sicherungsverwahrung einer psychiatrischen Anstalt zur Behandlung seiner pädophilen Neigungen – nein, das Leben macht es Max Rhode nicht sonderlich einfach. Lediglich seine Pflegetochter Jola ist für ihn ein Grund zur Freude. Doch Jola gerät in Gefahr.

Während einer gemeinsamen Autofahrt mit seiner Tochter bekommt Max den Anruf eines im Sterben liegenden fremden Mannes. Dieser bittet ihn, möglichst schnell zu ihm ins Krankenhaus zu kommen. Max glaubt erst an eine Verwechslung, aber der Mann scheint ihn zu kennen und so siegt letzlich die Neugier vor der Vernunft. Im Krankenhaus angekommen, redet der Mann scheinbar wirres Zeug, etwa, dass Joshua ihn, also Max, ausgewählt habe. Dass Joshua ihn besser kenne als er selbst und dass er, Max, auf keinen Fall straffällig werden dürfe. Max tut das Gerede als verwirrtes Geschwafel ab. Er kennt schließlich keinen Joshua, wer soll das schon sein?

Als Max wieder auf dem Parkplatz des Krankenhauses ankommt, ist seine Tochter Jola verschwunden! Er sucht panisch die Umgebung ab, schließlich wird Jola bewusstlos in der Pathologie gefunden, sie wurde betäubt.

Einige Monate später: Das kurzzeitige Verschwinden Jolas hat Konsequenzen: Max´ Ehefrau zieht aus. Und plötzlich steht eine Frau vom Jugendamt vor der Tür, die Max mitteilt, dass man seine Pflegetochter aufgrund der jüngsten Ereignisse wieder in ihre leibliche Familie zurück holen will. Um das zu verhindern, flüchtet er mit Jola im Auto. Kurz darauf kracht jedoch ein anderes Fahrzeug in ihr Auto. Max erwacht im Krankenhaus. Dort muss er erfahren, dass Jola schon wieder verschwunden ist. Und man verdächtigt Max selbst, etwas damit zu tun zu haben. Er flüchtet aus dem Krankenhaus, und macht sich auf die Suche nach seiner Tochter.

Fazit: Ein ganz zauberhafter Mensch, der gleichzeitig Leser meines Blogs ist, ließ mir bei der zweiten Wunschrezension anlässlich meines kürzlich gefeierten Blog-Jubiläums die Wahl zwischen gleich drei Vorschlägen. An dieser Stelle herzlichen Dank! Zu den Vorschlägen gehörte unter anderem „irgendwas von Fitzek“. Und „wie´s der Beelzebub will“, um es mal mit den Worten von Jochen Malmsheimer zu sagen, hat eben jener Herr Fitzek gerade ein neues Buch veröffentlicht. Da fiel mir die Wahl dann nicht mehr sonderlich schwer. 😉

Nachdem ich die 430 Seiten durchgelesen hatte, war ich zugegebenermaßen ziemlich erleichtert. Und zwar nicht, weil „Das Joshua-Profil“ so schlecht wäre, nein, sondern weil es Herr Fitzek nach geraumer Zeit endlich mal wieder geschafft hat, mich mit einem seiner Bücher vollends zu überzeugen!

Fitzek erzählt die Geschichte anfangs aus der Sicht von Max, später wird die Handlung auch aus der Sicht von Jola, Cosmo und anderen geschildert. Dabei schafft es der Autor häufig, für ihn schon fast typisch, die einzelnen Kapitel an Stellen zu beenden, die dazu führen, dass man als Leser unbedingt noch EIN Kapitel weiter lesen muss, um zu wissen, wie es denn weiter geht. Und dann noch eins…, und noch eins…!

Dieser „Fitzek-Effekt“, so möchte ich das mal nennen, wird noch dadurch verstärkt, dass der Autor ein unheimliches Erzähltempo an den Tag legt. Der Leser hat eigentlich kaum eine Möglichkeit, mal kurz durchzuschnaufen. All das gefällt mir ausnehmend gut.

Stilistisch und bezüglich der Ausarbeitung der Charaktere unterscheidet sich „Das Joshua-Profil“ in absolut nichts von anderen Fitzek-Büchern. Und das ist auch gut so. Der Autor hat seinen eigenen Stil, man merkt, dass man ein Fitzek-Buch liest.

Und endlich habe ich auch mal im Bereich der Handlung wenig zu meckern. Gut, ja, auch in „Das Joshua-Profil“ gibt es Passagen, die etwas sehr konstruiert wirken. Und über die eine oder andere Stelle darf man vielleicht auch nicht genauer nachdenken. Wer das doch tut, ist halt selbst schuld. 😉 Dafür hat sich der Autor ein wirklich spannendes Thema ausgesucht, auf das einzugehen ich aus Gründen der Spoilergefahr verzichten werde, und spinnt eine spannende „Was-wäre-wenn“-Geschichte drumherum.

Darüber hinaus hatte bis jetzt jedes Buch von Sebastian Fitzek so seine kleinen Besonderheiten. In „Splitter“ z.B. war eine Telefonnummer handschriftlich vermerkt. Rief man diese an, so hörte man den Hilferuf einer Protagonistin des Buches. In anderen Büchern fand sich mal ein Post-It-Zettel mit einer Art Zugangscode, mal wurden Internetadressen angegeben, die tatsächlich funktionierten. Auch für das „Joshua-Protokoll“ hat sich Fitzek etwas ausgedacht. Denn vor nicht allzu langer Zeit erschien tatsächlich das Buch „Die Blutschule“ von einem gewissen Max Rhode. Wer das wohl wirklich geschrieben hat? 😉 Eine nette Idee des Herrn Fitzek. Wenn ich mal Zeit habe, hole ich die entsprechende Lektüre nach. Vielleicht gefällt mir „Das Joshua-Protokoll“ dann noch besser!?

Wertung:

Handlung: 9 von 10 Punkten

Charaktere: 7,5 von 10 Punkten

Stil: 8 von 10 Punkten

Spannung: 8,5 von 10 Punkten

Gesamtwertung: 8,25 von 10 Punkten

Demnächst in diesem Blog: Bevor es an dieser Stelle mit einer weiteren Wunschrezension weitergeht, schiebe ich kurz die Rezension eines ebenfalls kurzen Buchs dazwischen. Demnächst gibt es „Und Gott sprach: Du musst mir helfen“ von Hans Rath.

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4 Kommentare zu „„Das Joshua-Profil“ von Sebastian Fitzek – Der Wunschrezensionen zweiter Teil

  1. Ich habe jetzt erst vor kurzen die Blutschule gelesen. Wahrscheinlich hast Du es längst schon geschafft. Ich finde alle Bücher von Fitzek gut, also auch dieses.
    Schönen 4. Advent für Dich.
    Kenia

    Gefällt 1 Person

    1. Hey, Kenia!

      Nein, „Die Blutschule“ habe ich noch nicht gelesen. Irgendetwas sagt mir, dass ich dieses Buch schwer verdaulich finden würde… 😉

      Aber wer weiß, vielleicht schau ich es mir bald doch mal an!?

      Ich wünsche Dir auch einen schönen 4. Advent und ein geruhsames und erholsames Wochenende.

      Bis bald!

      Gefällt mir

  2. Huhu Fraggle,
    toll ist Deine Rezension. Ich kaufe mir gerade die Blutschule und werde dann danach Das Joshua -Profil kaufen.
    Vielen Dank für Deine Fleißarbeit, die Dir aber diesmal viel Spaß gemacht hat.
    Bis bald mein Lieber ♥

    Gefällt 1 Person

    1. Hey Kenia,
      vielen Dank für das Lob, es freut mich, dass Dir die Rezension gefallen hat.
      Und wenn Du „Die Blutschule“ durch hast, dann sag mir mal, ob sich das Buch lohnt, vielleicht hole ich das dann noch nach.
      Bis bald, meine Liebe.
      Fraggle

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