„Layers“ von Ursula Poznanski – Wunschrezension Nummer 1

Buch: „Layers“ (2015)

Autorin: Ursula Poznanski

Verlag: Loewe

Ausgabe: Broschiert, 445 Seiten

Die Autorin: Ursula Poznanski ist eine 1968 in Wien geborene Schriftstelleriin. Nach ihrem Abitur studierte sie Japanologie, Publizistik, Rechtswissenschaften und Theaterwissenschaften, schloss allerdings keinen dieser Studiengänge ab. Nach der Geburt ihres Sohnes im Jahr 2000 wurde sie auf einen Drehbuchwettbewerb des ORF aufmerksam. Sie nahm daran teil, und auch wenn sie nicht zu den Gewinnern gehörte, so ließ sie das Schreiben doch nie wieder los.

2003 erschien mit „Buchstabendschungel“ ihr erstes Kinderbuch. Einige Kinderbücher und Kinderkrimis später erschien dann 2010 mit „Erebos“ ihr erster Thriller – und wurde umgehend mit dem „Deutschen Jugendliteraturpreis“ ausgezeichnet. Darauf folgten mehrere Thriller für Jugendliche und Erwachsene sowie mit der „Eleria-Trilogie“ ein Science-Fiction-Dreiteiler.

Poznanski lebt mit ihrer Familie im Süden Wiens.

Das Buch: Der 17-jährige Dorian ist von zu Hause ausgerissen und lebt seit einiger Zeit auf der Straße. Der frühe Tod seiner Mutter sowie die ständigen Schläge seines Vaters machen es dem Jungen unmöglich, weiter zu Hause zu leben. Und auch wenn Dorian sein früheres Leben vermisst, auch und vor allem die Schule, so kommt er doch in seinem neuen Leben recht gut klar. Lediglich mit Emil, einem weiteren Obdachlosen, hat er regelmäßig Ärger.

Eines Nachts erwacht Dorian und bemerkt den Geruch von Blut. Neben ihm liegt Emil tot in einer Blutlache, Dorians Taschenmesser direkt daneben auf dem Boden. Dorian jedoch kann sich an nichts erinnern. Hat er den Obdachlosen umgebracht?

Gerade als er Hals über Kopf fliehen will, registriert Dorian hinter sich einen Passanten. Der Mann spricht ihn an und erklärt, dass er zwar nur zufällig an dieser Stelle vorbeikomme, er Dorian in seiner Situation aber sicherlich helfen könne, da er für eine Organisation tätig sei, die jugendliche Obdachlose von der Straße hole.

Dankbar und in Ermangelung anderer Alternativen nimmt der Junge die Hilfe an. Kurz darauf befindet er sich in der Villa von Raoul Bornheim. Dort wohnen noch zahlreiche weitere Jugendliche, die alle eine mehr oder weniger schwierige Vergangenheit hinter sich haben. In Bornheims Villa bekommen sie eine schulische Ausbildung und sollen auf ein geregeltes Leben vorbereitet werden. Aber der exzentrische Bornheim erwartet dafür auch Gegenleistungen, so müssen die Jugendlichen z.B. regelmäßig stundenlang Flugblätter für Bornheims wohltätige Organisation verteilen.

Nach einiger Zeit dieses Flugblattverteilens wird Dorian praktisch „befördert“. Im Auftrag Bornheims soll er jetzt verpackte Gegenstände bei bestimmten Personen abliefern. Einzige Bedingungen: Er muss das Paket persönlich beim Empfänger abgeben, darf nicht gehen, bevor er diese Aufgabe erfüllt hat und er darf keine Fragen beantworten.

Bei einer dieser Lieferungen geht jedoch etwas schief. Dorian öffnet das Paket, das er eigentlich ausliefern sollte – und steckt plötzlich bis zum Hals in Schwierigkeiten…

Fazit: Eine ganz zauberhafte Person und Leserin meines Blogs wurde durch eine Leseprobe auf „Layers“ aufmerksam und bekundete Interesse an nähreren Informationen im Allgemeinen und meiner Meinung im Speziellen. An dieser Stelle herzlichen Dank dafür!

Als ich Buchtitel und Autorenname las, sagte mir das erstmal nichts. Dann fiel mein Blick auf das bei mir im Schrank stehende „Erebos“ und ich dachte: „Ach, DIE! Na-tür-lich!“ 😉

Im vollen Bewusstsein, dass es sich bei „Layers“ um einen Jugendthriller handelt, stürzte ich, der das Jugendalter schon mehrfach hinter sich hat, mich auf das Buch. Ganz zu Beginn überzeugte mich erstmal die äußere Aufmachung des Buches, die mehrfach ausklappbare erste Seite bildet praktisch ein Fenster im Fenster im Fenster usw. Hübsch gestaltet. Derart erfreut ging es nun an den Text.

Und auch der konnte mich anfangs überzeugen. Nach dem rasanten Einstieg findet sich Dorian in Bornheims Villa wieder. Der Leser erfährt etwas über die Villa und ihre Bewohner und über die täglichen Abläufe und hat immer irgendwie das Gefühl, dass da etwas nicht stimmt. Schließlich hat auch Dorian dieses Gefühl und stellt Nachforschungen an. Aber noch bevor seine oder des Lesers Fragen beantwortet werden, bekommt er eine neue Tätigkeit, die neue Fragen aufwirft: Pakete ausliefern. Was ist da drin, warum die seltsame Art der Übergabe?

Ab dem Moment, in dem Dorian eines dieser Pakete öffnet, schwächelt „Layers“ allerdings deutlich. Denn von nun an ist er gezwungen zu fliehen. Und er tut das auch – knapp 300 Seiten lang. Gefühlt seitenweise geht es nur darum, in welche Richtung mit welcher S-Bahn geflohen werden muss und wo sich die Möglichkeit eines Schlafplatzes bietet. Die Handlung beginnt arg zäh zu werden, leider.

Auch die Chraktere bleiben im besten Fall blass. Dorian selbst ist dabei noch ein Paradebeispiel. Anfangs mochte ich den Jungen ganz gerne. Im Verlauf der Geschichte entwickelt er sich aber in eine für mich nicht nachvollziehbare Richtung. Ich meine, der junge Mann war ein guter Schüler und schafft es im Alter von gerade mal 17 Jahren, auf der Straße zurecht zu kommen, der muss also eigentlich ein helles Köpfchen sein. In der Villa allerdings tut Dorian alles, was man ihm aufträgt, ohne das auch nur irgendwie zu hinterfragen. Natürlich hat er Angst, wieder auf der Straße zu landen, falls er sich Anordnungen widersetzt, aber trotzdem: Spätestens wenn´s um die Überbringung seltsamer Päckchen geht, würde man doch vielleicht Zweifel haben und einige Widerworte von sich geben. Dorian tut das nicht! Wenn es in die Handlung gepasst hätte, dann hätte man ihm auch einen bis oben hin gefüllten Drogenkoffer in die Hand drücken und in den Flieger nach Malaysia setzen können, mit den Worten: „Da sind, ähm, Medikamente drin! Die gibst Du am Flughafen dem dicken Mann mit der Augenklappe. Und falls jemand Fragen stellt: Du hast uns nie gesehen…!“ Dorian wäre ohne Weiteres geflogen…

Die blassen Charaktere und der nachlassende Spannungsbogen tun der eigentlich recht spannenden Geschichte keinen Gefallen. Vielleicht wären ein paar Seiten weniger hier hilfreich gewesen. Oder man hätte sich bei gleichbleibendem Umfang mehr mit den Charakteren befassen und sie nachvollziehbarer gestalten müssen.

Letztlich führt die Autorin die Geschichte, nach einem zugegeben seeehr skurrilen Showdown, wenigstens zu einem recht überzeugenden Ende.

Mehr als ein durchschnittlicher Jugendthriller ist Frau Poznanski damit leider nicht gelungen. Ich würde meinen geneigten Lesern da eher zu „Erebos“ raten, das hat mich seinerzeit wirklich begeistert. Ich könnte es eigentlich nochmal lesen…

Wertung:

Handlung: 7 von Punkten

Charaktere: 5,5 von 10 Punkten

Stil: 7,5 von 10 Punkten

Spannung: 6 von 10 Punkten

Gesamtwertung: 6,5 von 10 Punkten

Demnächst in diesem Blog: Logischerweise Wunschrezension Nr. 2 – Um welches Buch es sich dabei handelt, wird natürlich nicht verraten.

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Ein Kommentar zu „„Layers“ von Ursula Poznanski – Wunschrezension Nummer 1

  1. Huhu Fraggle,
    danke für die Rezension und dass Du extra dieses Buch erstanden und gelesen hast. Schade dass es nicht so gut ist. Daher werde ich es höchstens als gebrauchtes Buch kaufen. Und wenn dann nur, wenn ich die Bücher gelesen habe die noch zu Hause darauf warten, dass ich diese in die Hand nehme.
    Ich wünsche Dir ein zauberhaftes Wochenende
    Herzlichste Grüße Kenia ♥

    Gefällt 1 Person

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