„Hellhole“ von Gina Damico – Gerad´wenn Du denkst, es geht nicht mehr, kommt irgendwo der Teufel her!

Buch: „Hellhole – Wenn der Teufel bei Dir los ist“

Autorin: Gina Damico

Verlag: penhaligon

Ausgabe: Taschenbuch, 381 Seiten

Die Autorin: Gina Damico ist eine amerikanische Autorin. Sie wuchs in Syracuse, New York auf und studierte am Boston College Dramaturgie und Soziologie. Nach diversen Tätigkeiten, unter anderem als Übersetzerin und Landschaftsmalerin verlegte sich Damico aufs Schreiben und veröffentlichte die „Croak“-Trilogie. Nach deren Abschluss erschien „Hellhole“.

Die Autorin lebt mir ihrem Mann, zwei Katzen und einem Hund in Western Massachusetts. Und obwohl sie nach eigener Aussage noch niemals in der Hölle war, so verbrachte sie unzählige Stunden mit sinnloser Warterei am Busbahnhof von Albany – was ihrer Meinung nach mehr oder weniger das selbe ist.

Das Buch: Der 17 Jahre alte Max Kilgore leidet nicht nur unter seinem, eigentlich für Actionhelden prädestinierten, Namen, er hat es auch sonst nicht ganz so einfach im Leben. Sein Vater machte sich bereits aus dem Staub, als Max noch sehr klein war. Seine Mutter leidet unter massiver Herzinsuffizienz, möchte aber weder in ein Krankenhaus gehen, noch einen Pflegedienst beauftragen. Der junge Max ist daher gezwungen, nach der Schule an einer Tankstelle zu arbeiten und sich ansonsten rund um die Uhr um seine Mutter zu kümmern. Seine spärliche Freizeit verbringt er mit seiner Playstation und mit seinem ausgeprägten Interesse für Paläontologie, er baut leidenschaftlich gerne Dinosauriermodelle.

Als Max eines Nachts wieder einmal nicht schlafen kann, macht sich der Junge mit einer Schaufel bewaffnet auf zu einem unweit der Stadt Eastville gelegenen hässlichen Hügel, von den Bewohnern Eastvilles praktischerweise „Hässlicher Hügel“ genannt. Dort wurde von einer Forschergruppe vor einigen Jahren ein unbekanntes Dinosaurierskelett gefunden. Und Max gibt die Hoffnung nicht auf, dass dort noch weitere derartige Fossilien liegen und er selbst in die Geschichte der Paläontologie eingehen wird.

Um sich von seinen trüben Gedanken abzulenken, beginnt Max also zu graben. Plötzlich gibt der Boden vor ihm nach und es entsteht ein kreisförmiges, großes Loch aus dem es verdächtig nach Schwefel riecht. Max ist die ganze Sache nicht geheuer und er tritt sicherheitshalber den Rückzug an.

Wieder zu Hause angekommen, macht er eine erschrechende Entdeckung. Im Keller sitzt ein breitschultriger Kerl mit Hörnern auf dem Kopf, und ohne Hose, auf dem Sofa, leert sämtliche Chips-Vorräte und spielt „Madden“ auf der Playstation. Max hat Besuch vom Teufel! Oder besser: Von einem Teufel, es gibt nämlich 666 davon, strikt getrennt nach Aufgabengebiet.

Und dieser spezielle Teufel ist ein hartnäckiger Geselle: Er will Max´ Keller nicht mehr verlassen, bis dieser ihm ein Haus organsisiert hat – mit Whirlpool. Kommt Max diesen Forderungen nicht nach, wird der Teufel sich an seiner Mutter und an seinen Freunden rächen…

Fazit: Ich fürchte, ich bin mit falschen Erwartungen an dieses Buch gegangen. Ich hatte beim Betreten der Buchhandlung den festen Vorsatz, mal wieder etwas Heiteres zu lesen, schließlich ist ja schon wieder Herbst, da kann man das ja gut gebrauchen. Die hübsche Cover-Gestaltung und der ansprechende Klappentext ließen mich dann zu „Hellhole“ greifen. 381 Seiten später muss ich zugeben: So ganz überzeugt hat es mich nicht.

Dabei ist nichts in diesem Buch wirklich schlecht: Mit Max Kilgore hat Damico einen Protagonisten geschaffen, mit dem man schon nach ein paar Seiten mächtig mitleidet, der Junge hat es wirklich nicht einfach. Trotz- und alledem lässt er sich nicht unterkriegen, egal wie schwierig die Situation auch sein mag. Seine beste Freundin Audie ist ebenfalls eine sympathische Zeitgenossin, die Wortgefechte der beiden haben es in sich. Und dann ist da ja auch noch der Teufel, genannt Buck, der trotz seiner – von Haus aus –  fiesen, sadistischen Attitüde manchmal schon fast wieder nett wirkt. Insgesamt hat Gina Damico ganz ordentliche Charaktere erschaffen.

Die Schwächen des Buches liegen – für mich – einerseits eher am Stil und andererseits an der Story. Nach relativ kurzer zeigt merkt der geneigte Leser, dass es sich bei „Hellhole“ um ein Buch handelt, dass sich eher an eine jüngere Leserschaft wendet. Das hätte ich mir angesichts der Geschichte vielleicht sogar denken können und das ist andererseits auch gar nicht schlimm. Nur meinen Geschmack trifft es halt nicht.

Inhaltlich allerdings habe ich da schon mehr auszusetzen. So kreativ der Ansatz für diese Geschichte ist, so zäh liest sie sich im späteren Verlauf. Auf gefühlten hundert Seiten bewegt sich die Handlung nicht einen Millimeter nach vorne und erzeugte bei mir kurzzeitig den Wunsch, das Buch einfach nur weg zu legen. Obwohl man zugeben muss, dass „Hellhole“ durchaus so seine Moment hat. Wenige, dann aber gute. Wenn z.B. der Teufel gegenüber der sichtlich desinteressierten Hauskatze Ruckus plötzlich in eine „Wayne´s World“-mäßige „Wir sind unwürdig, wir sind Staub, wir sind Asche“-Geste fällt, denn „Katzen sind zu fürchten. Und zu lieben, selbstverständlich, und zu respektieren!“, dann, ja, dann hat das schon was. Oder aber wenn der Teufel von Max verlangt, ihm ein Haus zu organisieren, dass zwingend einen „begehbaren Kleiderschrank, drei Wendeltreppen, einen Kühlraum im Metzgereiformat, einen Autoscooter, einen BDSM-Keller und ein Lama“ beinhalten muss. Nur um anschließend klarzustellen: „Diese letzten beiden Punkte haben nichts miteinander zu tun!“ Ja, dann das hat auch was. Ich habe diese Stelle bereits einigen Leuten kundgetan, die Reaktionen schwankten zwischen betretenem Schweigen und sichtlicher Verwirrung angesichts meiner Begeisterung. Aber ich fand diese Stelle wirklich gut! 🙂

Schade nur, dass von diesen Momenten leider zu wenig in „Hellhole“ auftauchen. Der große Rest des Buches ist bedauerlicherweise bestenfalls Durchschnitt. Aber, das sei fairerweise nochmal gesagt, ich gehöre ja wahrscheinlich auch nicht zur Zielgruppe. Mit 16 hätte ich vielleicht meine helle Freude an diesem Buch gehabt, wer weiß!?

Wertung:

Handlung: 5,5 von 10 Punkten

Charaktere: 7 von 10 Punkten

Stil: 6 von 10 Punkten

Humor: 6,5 von 10 Punkten

Gesamtwertung: 6,25 von 10 Punkten

Demnächst in diesem Blog: „Die Sehnsucht des Vorlesers“ von Jean-Pau Didierlaurent. Ein sehr, sehr kurzes Buch. Das dürfte vielleicht auch eine sehr, sehr kurze Rezension werden. 😉

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