„Gottesfluch“ von James Becker – Tontafeln und Tote

Buch: „Gottesfluch“ (2011)

Autor: James Becker

Verlag: blanvalet

Ausgabe: Taschenbuch

Der Autor: James Becker ist das Pseudonym des britischen Autors James Barrington. Dabei handelt es sich allerdings wieder um ein Pseudonym! Eigentlich kam der Autor als Peter Stuart Smith zur Welt. Ich bleibe der Einfachheit halber einfach bei James Becker. Der Autor war 20 Jahre als Hubschrauberpilot der britischen Armee tätig, unter anderem diente er im Falkland-Krieg. Bekannt wurde Becker mit seiner mittlerweile 6 Bücher umfassenden Serie über den Geheimagenten Paul Richter. „Gottesfluch“ ist Bestandteil einer ebenfalls sechsteiligen Serie über den englischen Polizisten Chris Bronson.

Das Buch: Das Ehepaar O´Connor befindet sich im Urlaub in Marokko. Durch Zufall gelangen sie in den Besitz einer unscheinbaren Tontafel. Margaret O´Connor berichtet ihrer Tochter per E-Mail von dem Kleinod. Kurz darauf sind die O´Connors tot. Die marokkanischen Behörden vermuten einen Verkehrsunfall auf der gefährlichen Küstenstraße. Dennoch schickt die britische Polizei Chris Bronson nach Marokko. Bronson macht sich ein Bild der Lage und kommt nach kurzer Zeit zum Schluss, dass die O´Connors umgebracht wurden. Er macht sich daran, die Schuldigen ausfindig zu machen. Unterstützt wird er dabei von seiner Ex-Frau Angela, einer Archäologin. Gemeinsam kommen die beiden einem uralten Geheimnis über den Verbleib legendärer biblischer Relikte auf die Spur.

Fazit: Wenn man sich den Inhalt von „Gottesfluch“ durchliest, wird man als Leser unweigerlich an solche Bücher wie „Sakrileg“ von Dan Brown erinnert. Das scheint nun mal das Kreuz zu sein, dass jeder Autor, der sich mit biblischen Geschichten beschäftigt, tragen muss. In diesem Fall macht man damit sogar Werbung. „Ein bisschen wie Dan Browns „Sakrileg“ – nur besser“ heißt es da auf der Rückseite. Mit Verlaub, aber: Nein, sicherlich nicht! Dennoch ist „Gottesfluch“ weit davon entfernt, ein schlechtes Buch zu sein, auch wenn ich derartige Geschichten wohl schon dutzendfach gelesen habe.

Nicht nur Chris und Angela sind auf der Suche nach geheimnisvollen Tontafeln. Auch ein skrupelloser britischer Geschäftsmann, ein arabischer Krimineller und sogar der Mossad haben Lunte gerochen und versuchen in den Besitz dieser Tafeln zu kommen, weisen sie doch aller Voraussicht nach den Weg zu Ruhm und Reichtum – und zu den Gesetzestafeln mit den zehn Geboten, nebenbei bemerkt. Die Handlung springt dabei von Gruppe zu Gruppe, man weiß als Leser immer, wer gerade was tut. Das ist für die Spannung insofern nicht förderlich, weil ich eben häufig so etwas dachte wie: „Ja, toll, was immer die Beiden da jetzt finden mögen, gleich kommen die dolle pösen, pösen Puben um die Ecke und nehmen denen wieder alles weg!“ Meistens hatte ich Recht…

Wie in solchen Abenteuerromanen üblich, braucht man stilistisch kein großes Kunstwerk zu erwarten. „Gottesfluch“ ist flüssig bis rasant geschrieben und dem Tempo der Handlung vollkommen angemessen. Auch was die Charaktere angeht, muss man als Leser mit dem Nötigsten auskommen. Ein wenig wird noch die Beziehung zwischen Angela und Chris beleuchtet, das war es aber dann auch schon. Das finde ich dann schon ein wenig schade, schließlich handelt es sich um eine Buchrreihe. Und da sollten sich die Charaktere dann doch auch irgendwie in irgendeine Richtung entwickeln. Hier nicht, leider. Ich erwarte ja nicht, dass in einem solchen Buch ein Protagonist auf dem Tempelberg stehend bedeutungsschwanger „Sein oder Nichtsein, das ist hier die Frage: Ob´s edler im Gemüt, die Pfeil und Schleudern des wütenden Geschicks erdulden usw. usf.“ deklamiert, aber ein bisschen mehr wäre da sicherlich gegangen.

Nun, der Autor hält sich halt eher mit seiner Geschichte auf. Und die vermag durchaus gut zu unterhalten. Man könnte „Gottesfluch“ mit Fug und Recht als Popcornliteratur bezeichnen. Einfach mal das Hirn ausschalten und eine launige Geschichte konsumieren, dafür reicht das Buch allemal.

Vielleicht hat es mir aber auch besser gefallen, weil das letzte von mir rezensierte Buch „Die Königin der Schatten“ eher eine Kriegserklärung der Autorin gegenüber jedem Leser mit einem IQ oberhalb von Teerpappe war, ich weiß es nicht. 😉

Wertung:

Handlung: 7 von 10 Punkten

Charaktere: 5 von 10 Punkten

Stil: 7 von 10 Punkten

Spannung: 6,5 von 10 Punkten

Gesamtwertung: 6,375 von 10 Punkten

Demnächst in diesem Blog: „Die Auftragsmörderin – Die Krosann-Saga Teil 1“ von Sam Feuerbach. Ich wage mich trotz meiner letzten traumatischen Erfahrung nochmal ins Fantasy-Genre. Da ich das Buch aber schon ca. zur Hälfte durch habe, und somit einen entsprechenden Eindruck gewonnen habe, habe ich vom Feeling her ein gutes Gefühl, dass es mir besser gefällt.

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