„Das Babylon-Virus“ von Stephan M. Rother – New York, Rio, Tokio…

Buch: „Das Babylon-Virus“ (2010)

Autor: Stephan M. Rother

Verlag: blanvalet

Ausgabe: Taschenbuch, 574 Seiten

Der Autor: Stephan M. Rother, 1968 in Wittingen geboren, studierte in Göttingen Geschichte, Kunstgeschichte und Philologie. 1997 erfolgte seine Graduierung zum Magister Artium. Seit Mitte der Neunziger trat Rother als „Magister Rother – Deutschlands erster, bester und einziger Standup Historian“ auf den Bühnen Deutschlands auf. Seit dem Jahr 2000 hat sich Rother auf das Schreiben verlegt, seither hat er 14 Romane veröffentlicht, die häufig im Mittelalter spielen. Der Autor lebt, nach eigener Aussage, mit seiner Frau und fünf Katzen „am Rande des Wahnsinns und der Lüneburger Heide“.

Das Buch: In Deutschland und der Welt wütet eine Grippe-Epidemie. Zu den besonderen Symptomen der häufig tödlich verlaufenden Krankheit gehört, dass der Patient in einem späten Krankheitsstadium die Fähigkeit zu sprechen verliert. In dieser Situation bekommt der italienische Restaurator Amadeo Fanelli von seinem väterlichen Freund und Mentor Professor Ingolf Helmbrecht einen Brief zugeschickt. Darin befinden sich ein seltsames und offensichtlich verschlüsseltes Manuskript und ein Brief mit dem Helmbrecht vor Jahrzehnten seinerseits das Manuskript erhielt; ein Brief von Albert Einstein! Fanelli macht sich an die Entschlüsselung des Textes, der die Geschichte des Turmbaus zu Babel wiedergibt, allerdings mit einem anderen Ende. Im vorliegenden Text schickt der Herr den Menschen ein Heilmittel, um die vorher von ihm verbreitete Seuche zu heilen. Dieses Heilmittel soll noch immer irgendwo auf der Welt verborgen sein.

Nach der Entschlüsselung des Textes steht für Fanelli fest, dass es dieses Heilmittal tatsächlich geben muss und dass man damit die Epidemie beenden könnte. Gemeinsam mit seiner Freundin Rebecca macht er sich auf den Weg, um in den Besitz des Heilmittels zu kommen…

Fazit: Ein weiteres Weihnachtsgeschenk, diesmal von der zauberhaften Person, die mir schon „Der Marsianer“ zukommen ließ. Wieder mal herzlichen Dank!

Ein Mann und eine Frau brechen zu einer Art historischer Schnitzeljagd quer durch Europa, Asien und die Weltgeschichte auf, um ein Geheimnis zu lösen und nebenbei die Welt zu retten. Das erinnert den geneigten Leser doch an irgendetwas oder irgendwen…?

Ach ja, Dan Brown, richtig! Der schreibt ebenfalls solche Bücher. Gut für Herrn Rother, dass ich sie mag, diese Dan Brown-Klone! Und zumindest schafft es der Autor, dass „Das Babylon-Virus“ nicht abgeschrieben wirkt, trotz einiger unübersehbarer Parallelen: Die männliche Hauptfigur hat in beiden Fällen einen kultur- und kunsthistorischen Hintergrund, jagt, zusammen mit einer Frau, einem unbestimmten Geheimnis hinterher, wird seinerseits von „den Bösen“ gejagt und rettet die Welt. Und in beiden Fällen kommt der Protagonist viel herum. Im vorliegenden Fall geht es innerhalb weniger Tage nach Italien, Deutschland, England, dann wieder Italien und schließlich Afghanistan. Und ein kurzes Intermezzo aus Venezuala gibt es auch noch…

Ein demenstprechendes Tempo legt der Roman dann auch an den Tag, Rother hält die Spannung gleichmäßig hoch. Nach der Entschlüsselung des Einstein-Textes stellt sich heraus, dass entsprechende Texte zur Lösung des Heilmittel-Rätsel über Jahrhunderte von einem großen Genie an das nächste weitergegeben wurden. Und Fanelli dabei zu begleiten, wie er sich immer weiter vorarbeitet, von Einstein zu Goethe und so weiter und so fort, immer rückwärts in der Weltgeschichte, das macht durchaus Spaß.

Seine Freundin weilt inzwischen bei den deutschen Truppen in Afghanistan, um eine dortige Spur zu verfolgen. Der Autor wechselt dann beständig den Schauplatz und pendelt zwischen der spannenden Suche Fanellis und den deutlich actionreicheren Abschnitten in Afghanistan hin und her.

Das Ganze gipfelt dann in einem Finale, dass mich irgendwie an „Das Vermächtnis der Tempelritter“ und „Die Mumie“ erinnert…

Im Großen und Ganzen hat Stephan M. Rother einen actionreichen und durchaus unterhaltsamen Roman geschrieben. Da verzeihe ich dann auch, dass ein, zwei Fragen für mich nicht befriedigend geklärt wurden sowie ein, zwei Einfälle, die mir ein unwillkürliches „Oh, BITTE…!“ entlockten. 😉

Wertung: 7,5 von 10 möglichen Punkten

Demnächst in diesem Blog: „Geheimer Ort“ von Tana French. Das liegt schon seit Wochen hier rum. Und genau so lang freue ich mich schon darauf es zu lesen! Dürfte gut werden, denke ich! Hach, ich bin ja schon so aufgeregt… 😉

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