„Zusammen ist man weniger allein“ von Anna Gavalda – Schon schön!

Buch: „Zusammen ist man weniger allein“ (2006)

Autorin: Anna Gavalda

Verlag: Fischer

Ausgabe: Taschenbuch, 551 Seiten

Die Autorin: Anna Gavalda, geboren 1970 in Boulogne-Billancourt, ist eine französische Autorin, die allein in ihrem Heimatland bereits mehr als fünf Millionen Bücher verkauft hat. Neben neun Romanen, von denen zwei bereits verfimt wurden, hat Gavalda auch Kurzgeschichten und Kinderbücher geschrieben. Bislang habe ich weder ihre Bücher gelesen, noch die dazugehörigen Filme gesehen. Warum –  dazu an anderer Stelle mehr

Das Buch: Philibert ist ein junger Mann in den Dreißigern mit einem bemerkenswerten historischen Fachwissen. Statt einer gutbezahlten Lehrtätigkeit verdient Philibert sein Geld jedoch mit dem Verkauf von Postkarten. Das hat vor allem einen Grund: Philibert stottert ganz ungemein. Und im Umgang mit Menschen hat er auch so seine Defizite. Und darüber hinaus wuchs er in einem aristokratischen Elternhaus auf, indem man den Lauf der Zeit ein wenig verschlafen hat: Eltern und Kinder siezen sich untereinander…

Mit Philibert zusammen wohnt Franck, der eine steile Karriere als Koch begonnen hat. Diese führt jedoch dazu, dass er seine Zeit praktisch ausschließlich bei der Arbeit verbringt. Für Privates oder gar eine Freundin bleibt da keine Zeit. Das Resultat sind seine zahllosen One-Night-Stands, seine hohe Stressbelastung und eine bemerkenswerte Grundaggressivität. Und dann ist da ja auch noch seine Oma Paulette, die er an seinem einzigen freien Tag in der Woche im Altersheim besucht…

Im Obergeschoss des Hauses wohnt in einer winzigen „Wohnung“ die begnadete Malerin Camille. Auch sie hat so Ihre Schwierigkeiten: Sie ist magersüchtig, arbeitet jede Nacht als Putzfrau und ist eigentlich ständig erschöpft. Kurz bevor sie im Wortsinne tot umfallen würde, holt sie Philibert, trotz all seiner zwischenmenschlichen Schwierigkeiten, in seine Wohnung. Es entwickelt sich eine skurrile 3er-WG.

Und schließlich zieht auch Oma Paulette ein..

Fazit: Eine Handvoll zauberhafter Menschen schenkt mir in regelmäßigen Abständen Bücher. So auch in diesem Fall. Vielen Dank an die edle Spenderin! Zugegeben, ich hatte hier ein anderes Buch in Aussicht gestellt, aber die Dinge ändern sich eben. 😉

Wie eingangs erwähnt, hatte ich von Anna Gavalda bisher noch nichts gelesen. Das lag in erster Linie daran, dass ich solche Bücher eigentlich reflexartig meide. Denn, mal ehrlich, Buchtitel wie „Zusammen ist man weniger allein“, „Nur wer fälllt, lernt fliegen“, oder auch „Das Wetter ist schön, das Leben auch“, die haben aber auch einen echt hohen Würg-Faktor! 😉 Ein zarter Hauch von Rosamunde Pilcher oder Katie Fforde zieht dadurch. Zu groß erschien mir bislang die Gefahr, das könnte gefühlsduseliger Kitsch sein. Aber gut, man hatte es mir geschenkt und ich nahm die Herausforderung an!

Umso überraschter war ich schon nach so ca. 100 Seiten, wie gut mir das Ganze gefiel. Anna Gavalda kann tatsächlich schreiben. Sie beschränkt sich in ihrem Buch auf die detaillierte Beschreibung ihrer Charaktere, Handlung im eigentlichen Sinne gibt es nur wenig. Mich persönlich stört das in diesem Fall eher wenig, denn umso liebevoller gezeichnet sind die Charaktere dieser Vierer-WG. Jeder der vier befindet sich eigentlich in einer Sackgasse des Lebens. Camilles baut körperlich immer weiter ab, Philibert hat sich in sein Schicksal als Postkartenverkäufer gefügt, Franck arbeitet sich langsam zu Grunde und Paulette hadert mit dem Älterwerden.

Im Laufe des Buches macht aber jeder der Charaktere eine positive Wandlung durch. Sie richten sich aneinander auf, alleine wären sie gescheitert.

Ist das gefühlsduselig?

– Na, aber hallo, sowas von!

Ist das kitschig?

– Un-be-dingt!!!

Aber es ist echt schön! Ich habe mit dem Buch mehrere nette Abende gehabt und mich damit sehr wohl gefühlt.

Das einzige Manko, dass die Schreibe von Anna Gavalda hat: Sie schreibt haufenweise lange Dialoge, ohne zu erwähnen, wer da jetzt spricht. Manchmal hatte ich schon eine halbe Seite gelesen, bis ich begriffen hatte, dass der Dialog genau andersherum geführt wird.

Ansonsten: Ein echtes Wohlfühlbuch, mit dem man den bisher grauen Januar ein wenig weglesen kann! Eine Liebeserklärung an das Leben und die Erkenntnis, dass man alle Situationen meistern kann, wenn man Menschen um sich hat, die sich um einen kümmern. Was bin ich froh, dass ich die habe! 😉

Wertung: 8 von 10 möglichen Punkten

Demnächst in diesem Blog: Bevor es mit einem weiteren Buchgeschenk einer anderen zauberhaften Person weitergeht, gibt es hier zeitnah erstmal „Das Küstengrab“ von Eric Berg. Endlich mal wieder ein deutscher Krimi… 😉

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