„Der Marsianer“ von Andy Weir – Extraterrestrisches „Cast away“

Buch: Der Marsianer

Autor: Andy Weir

Verlag: Heyne

Ausgabe: Broschiert, 509 Seiten

Der Autor: Andy Weir wurde bereits im Alter von 15 Jahren von einem Labor als Programmierer angestellt und arbeitet seitdem als Softwareentwickler. Er bezeichnet sich selbst als „lifelong space nerd“ und beschäftigt sich hobbymäßig mit Physik, der Geschichte der bemannten Raumfahrt und ähnlichem. „Der Marsianer“ ist sein erster Roman.

Das Buch: In einer zeitlich nicht näher definierten Zukunft ist der Astronaut Mark Watney als Botaniker ein Crewmitglied der dritten bemannten Marsmission der NASA: „Ares 3“. Wenige Tage nach Ankunft der sechsköpfigen Crew auf unserem Nachbarplaneten wird ein offensichtlich unterschätzter Sandsturm zum echten Problem. Die NASA weist die Crew an, die Mission abzubrechen, sich ins MRM (Marsrückkehrmobil) zu begeben und auf das Schiff „Hermes“ zurück zu kehren. Auf dem Weg zum MRM wird Watney im heftigen Sturm von einem umherfliegenden Antennenbauteil getroffen und verletzt. Die übrigen Crewmitglieder verlieren ihn aus den Augen. Da bei seinem Unfall auch sein im Raumanzug befindlicher Biomonitor zerstört wird, der üblicherweise die Vitalfunktionen an alle anderen Crewmitglieder weiterleitet, geht die Leiterin der Mission, Commander Lewis, davon aus, dass er getötet wurde und bricht die Suche nach ihm ab. Die Crew von „Ares 3“ verlässt den Mars und kehrt zur Erde zurück…

…Kurz darauf erwacht Watney, und stellt fest, dass er zurück gelassen wurde. Auf sich allein gestellt, versucht er, die Voraussetzung dafür zu schaffen, länger auf dem roten Planeten zu überleben. Doch die nächte Marsmission kommt erst in 4 Jahren! Watney beschliesst, ein Logbuch zu führen, damit man wenigstens etwas von ihm nachlesen kann, falls das mit dem länger überleben doch nicht so gut klappt…

Fazit: Ja, ich weiß, Ihr musstet länger auf die nächste Rezension warten, als Ihr es von mir gewohnt seid. Das liegt einerseits an meiner Unentschlossenheit (Ich habe viele Bücher angelesen, durchaus für gut befunden, dann aber doch wieder weggelegt, andere angelesen, durchaus für gut befunden usw.) und andererseits am November (die letzten zwei Monate des Jahres sind ECHT nicht so meine…). Dann aber hat mir eine ganz zauberhafte Person dieses Buch zugeschickt. Und deshalb gibt es jetzt auch wieder eine Rezension.

Zur Sache: Wenn man ein Buch schreibt, das inhaltlich an „Robinson Crusoe“ bzw. „Cast away“ erinnert, dann braucht man eine gute Hauptfigur, weil abzusehen ist, dass sich ein Großteil der Handlung um diese Person drehen wird. Andy Weir hat mit Mark Watney eine solch gute Hauptfigur. Der Mann erinnert in seiner zynischen, sarkastischen Art an den frühen Bruce Willis. Schon der erste Logbucheintrag beginnt mit den schönen Worten:

„Ich bin sowas von im Arsch.

Das ist meine wohlüberlegte Meinung.

Im Arsch.“

Also, ich finde das ja gut, aber ich höre sie schon, die Kritiker, die sagen: „Ja, aber, allein auf dem Mars, da würde der ganz anders reagieren und hätte ganz andere Dinge zu tun, als sarkastische Kommentare in sein Logbuch zu tippen!“.

Das mag sein. Aber wir sind ja hier nicht bei Paolo Coélho, der aus der Story wahrscheinlich ein (bestimmt ziemlich gutes) Buch über die menschliche Selbstfindung machen würde. Oder bei Frank Schätzing, der mir auf 18.758 (wenn auch lehrreichen) Seiten den Mars erklärt hätte. Nein, wir sind bei Andy Weir, und der wollte eben einen Unterhaltungsroman schreiben, aus dem sich wunderbares Popcorn-Kino machen lässt. Und da passt eine solche Figur eben wunderbar hinein.

Und was dem Mr. Watney da auf diesem entfernten Himmelskörper passiert, das ist durchaus spannend und angenehm zu lesen. Während der Beginn des Buches praktisch ausschließlich die Logbucheinträge von Watney wiedergibt, wechselt die Story im späteren Verlauf zwischen Mars und Erde hin und her, als einer jungen findigen NASA-Mitarbeiterin auffällt, dass auf dem Mars offensichtlich noch jemand rumläuft, der da nicht hingehört. Man erfährt also abwechselnd, wie die NASA den jungen Mann retten will einerseits und was bei dem jungen Mann wieder schief gegangen ist andererseits, bis hin zu einem furiosen Ende, das…neeeeein, keine Sorge, ich verrate nichts! 😉

Insgesamt hat Weir einen wirklich guten, spannenden, unterhaltsamen Roman geschrieben, den ich bestimmt irgendwann nochmal lesen werde.

Wenn man einen Kritikpunkt anbringen möchte, dann den, dass die Logbucheinträge von Watney überaus viele technische Vorgänge beschreiben, von Trinkwasseraufbereitung über Treibstoffherstellung bis hin zur Funktionsweise eines Radioisotopengenerators (Notiz für mich: Radioisotopengenerator für die nächste Scrabble-Runde merken!), alles wird einem erklärt, ob man es versteht, oder nicht. Ein Fest für Naturwissenschaftler, Astrophysiker und Trekkies! Ich bin Ersteres nicht, Zweiteres schon gar nicht und Letzteres nur bedingt…Trotzdem haben mir diese Beschreibungen gut gefallen, auch wenn ich niemals nachprüfen könnte, ob das alles stimmt und funktioniert, was Mr. Weir da so schreibt. Ich könnte mir aber vorstellen, dass einige Leser davon bzw. damit gelangweilt oder überfordert sind.

Der Film: Stichwort Popcorn-Kino: „Der Marsianer“ soll verfilmt werden, und zwar von Ridley Scott („Alien“ usw.) und mit Matt Damon in der Hauptrolle. Man darf gespannt sein…

Wertung: 8,5 von 10 möglichen Punkten

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Ein Kommentar zu „„Der Marsianer“ von Andy Weir – Extraterrestrisches „Cast away“

  1. Huhu Fraggle ♥
    hört sich gut an, nur die erwähnten Erklärungen erinnern mich an Schätzing, dessen Bücher mir auch ohne die wissenschftliche Aufklärung durchaus reichen würden. Aber vielleicht schaffe ich mir das Buch trotzdem mal an.
    LG Kenia

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